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Im Erstgespräch wird der Leidensdruck von Frau M. erkennbar. Sie ist eine erfolgreiche Studentin. Trotzdem sind für sie Situationen, in welchen sie im Mittelpunkt steht, unerträglich. Körperlich äussert sich dies vor allem in einem Zittern der Stimme. Sie weiss, dass es zum Rüstzeug einer Akademikerin gehört, in Sitzungen ihre Meinung zu vertreten oder Referate zu halten. Daher ist sie bereit, an ihren Ängsten zu arbeiten, sich damit zu konfrontieren.
Die Beraterin verfolgt zwei Ziele: Zum einen soll die Klientin ihre Ängste als angemessene Reaktion auf für sie schwierige Situationen begreifen, was ihr Gefühl des Ausgeliefertseins etwas verringert. Zum andern gilt es, individuelle Ressourcen zur Bewältigung von Angstsituationen wahrzunehmen und zu nutzen. Damit kann sich das Vertrauen in die eigenen Bewältigungsstrategien vertiefen.
Zuerst entsteht im Gespräch mit der Beraterin ein Ressourcen-Mindmap, welches dazu dient, Frau M. vor Augen zu führen, über welche Kompetenzen und Bewältigungsstrategien sie verfügt, um Angst machende Situationen anzugehen. In einzelnen Sitzungen leitet die Beraterin Frau M. zudem an, innere Bilder (Imaginationen) zu entwickeln, die zum Ziel haben, die eigenen Ressourcen auch emotional wahrzunehmen.
Ein weiterer Arbeitsschritt besteht in der Erstellung eines Genogramms, das heisst einer Darstellung ihrer Ursprungsfamilie und der damit verbundenen Familienthemen wie "hoher Leistungsanspruch" oder "auf Andere Rücksicht nehmen". Dies hilft Frau M., die Entstehung ihrer Angstsymptome besser zu verstehen.
Mit der Zeit wird es ihr möglich, die soziale Angst auf dem Hintergrund ihrer bisherigen Entwicklung zu begreifen und mit konkreten Erlebnissen zu verknüpfen. Dadurch verliert die aktuelle Angst an Bedrohlichkeit. Frau M. kann sie als "etwas, das im Moment zu mir gehört" akzeptieren.
Gegen Ende der Beratung, die 11 Sitzungen innerhalb eines halben Jahres umfasst, wird Frau M. gelassener, die Angst vor der Angst spürbar geringer. Sie traut sich, einige Leute zu sich nach Hause einzuladen und macht mit der Rolle der Gastgeberin gute Erfahrungen.
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Angst in sozialen Situationen
Frau M. (25) steht kurz vor dem Studienabschluss an der wirtschaftswiss. Fakultät. Sie meldet sich für eine Beratung an wegen persönlicher Probleme. Sie leidet unter sozialen Ängsten, vor allem in Leistungssituationen.
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