Welche Schlüsselkompetenzen sind für ein Studium hilfreich?
Studieren ist nicht nur in fachlicher, sondern vor allem auch in persönlicher Hinsicht anspruchsvoll. Es muss eine effiziente, zielgerichtete Arbeit geleistet werden und dies oft unter sozial, zeitlich und ökonomisch erschwerten Bedingungen.
Das Wissen um persönliche Ressourcen ist dabei eine relevante Voraussetzung, um sein Studium eigenverantwortlich gestalten zu können. Welche persönlichen Ressourcen, welche speziellen Schlüsselkompetenzen sind neben den fachlichen Kompetenzen hilfreich zur Bewältigung des Studiums?
Es geht bei Schlüsselkompetenzen nicht um Qualifikation im engeren Sinne wie „über spezifische Kenntnisse verfügen“. Die Rede ist von generalisierten Kompetenzen, welche die Bewältigung von unterschiedlichen Arbeitssituationen flexibel steuern können. Es geht um personenbezogene Strategien, auch „Schlüsselqualifikationen“ genannt, welche den Umgang mit komplexen studienrelevanten Herausforderungen ermöglichen:
- Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten ohne unmittelbaren und begrenzten Bezug zu bestimmten Tätigkeiten.
- Eine fachübergreifende Handlungsfähigkeit in komplexen Situationen.
- Fähigkeiten, Einstellungen, Strategien und Wissenselemente für die Lösung von Problemen und für den Erwerb neuer Kompetenzen.
Gemeinsam ist diesen Umschreibungen des Begriffs „Schlüsselkompetenzen“, dass die Person als Ganzes gemeint ist, es müssen also fachliche und persönliche Eigenschaften entwickelt werden.
Im Studium sind folgende Schlüsselkompetenzen hilfreich:
Sich aktiv orientieren: Es müssen flexible Strategien entwickelt werden, um auf äussere Situationen reagieren und sowohl mit Chancen als auch mit Risiken umgehen zu können. Eine Studiensitation sollte angemessen erfasst werden im Wissen um persönliche Ressoucen.
Ein Beispiel: Sie nehmen zum ersten Mal an einem Seminar teil. Sie fragen sich: Was ist meine Rolle in diesem Seminar? Was wird von mir erwartet? Was will ich selbst erreichen bzw. profitieren?
Zielbewusstes Handeln: In einem sich ständig verändernden Lernumfeld ist die lineare Verfolgung eines einmal gesetzten Ziels nicht immer möglich. Zielbewusstes Handeln erfordert eine hohe Flexibilität, die Fähigkeit, sich ständig neu zu orientieren, zu reagieren und sich laufend neue Kompetenzen anzueignen, dabei jedoch die eigenen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.
Ein Beispiel: In Ihrem Studienfach wird ein Professor emeritiert. Eine jüngere Professorin übernimmt dessen Aufgaben. Es werden neue Anforderungen an Sie herangetragen, Sie müssen beispielsweise bei der Datenauswertung Ihrer Masterarbeit ein neues statistisches Verfahren einbeziehen. Dabei gilt es, den Zeitplan Ihres Projektes einzuhalten.
Selbstgesteuertes Lernen: Es geht dabei nicht nur um die Erweiterung und Ergänzung fachlichen Wissens, sondern auch um die Weiterentwicklung der Lernkompetenzen selbst. Dieser Entwicklungsprozess geschieht zu einem grossen Teil eigenverantwortlich und wird von Studierenden erwartet. Die Lernkompetenz umfasst Schlüsselqualifikationen wie analytisches Denken, Zeit- und Selbstmanagement sowie Umgang mit Belastungen.
Ein Beispiel: Sie verfassen eine grössere schriftliche Arbeit. Sie wissen, wie Sie sich am besten einen Überblick über die relevante Fachliteratur verschaffen. Sie haben eine Vorstellung davon, wie Sie den Schritt zur Erstellung eines Grobkonzepts gestalten könnten. Und während des Schreibens: Sie wissen, dass der Schreibprozess nicht linear vor sich geht. Sie können auch mit Schreibblockaden umgehen, verfügen z.B. über kreative Techniken, die den Schreibprozess wieder in Gang bringen können.
Kommunikation und Kooperation: Hier geht es um die Fähigkeit, sich in einen Arbeitsprozess einzubringen, die Inhalte auch aus der Perspektive anderer zu verstehen, sachliche Differenzen auszuhalten und angemessen zu diskutieren, sich innerhalb einer Arbeitsgruppe zu organisieren, die gemeinsame sowie die individuelle Verantwortung zu erkennen und zu übernehmen. Als Schlüsselqualifikationen werden in diesem Zusammenhang Begriffe wie „Teamfähigkeit“ und „Konfliktfähigkeit“ erwähnt. Diese Kompetenzen nutzen Sie beispielsweise bei Gruppenarbeiten, während Präsentationen und in Fachdiskussionen.
Während des Studiums werden Sie all diese Fähigkeiten entwickeln oder differenzieren und können dadurch handlungsfähig werden in komplexen und unübersichtlichen Arbeitssituationen.
Zudem werden Sie lernen, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen und Ressourcen zu nutzen, seien das Ihre eigenen oder im Umfeld vorhandene, und damit bei Studienabschluss über ein hohes Mass an im Berufsleben relevanten Schlüsselkompetenzen verfügen.
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