Einen Weg durch das Dickicht der vielen Studienangebote und Kombinationsmöglichkeiten an Hochschulen finden keine einfache Angelegenheit. Dieser praxisorientierte Ratgeber berät angehende Studierende bei ihrem Einstieg in das neue Leben. Entscheidungs- und Orientierungshilfen helfen bei der optimalen Wahl des Studienfaches, damit die Weichen für einen erfolgreichen Start an der Uni gestellt sind.
Welche Gründe sprechen überhaupt für ein Studium? Wie finden Sie den Weg zwischen Fachinteresse, Karriereorientierung und Arbeitsmarktprognosen?
Aber nicht nur auf solche Themen finden Sie Antworten in diesem Buch, denn neben vielen Informationen, die Sie sich besorgen müssen, sollten Sie auch Ihr Herz befragen:
Was heisst das für Sie, studieren? Denken Sie an die Fortsetzung des Schulunterrichts? Hätten Sie gerne klare Vorgaben und einen Stundenplan?
Das Studium selbst: liegt es irgendwie erkennbar strukturiert, mit einem Anfang, einer Mittelphase und einem Ende vor Ihnen? Ist Ihnen bekannt, dass grosse Selbständigkeit in Sachen Organisation und geringe Kontrolle Ihrer Leistungen die grössten Unterschiede zum Lernen in Ihrer Schulzeit ausmachen werden?
Ihre Mitstudierenden: Freuen Sie sich auf neue Kontakte, die Sie knüpfen werden, oder ängstigen Sie sich eher davor, bei Ihrem Einstieg in die Hochschule nur eine/r unter vielen zu sein?
Habe Sie ein Bild von Ihren zukünftigen Hochschullehrern? Wen sehen Sie in Ihrer Fantasie vor sich: fachkundige Spezialisten, denen Sie nicht das Wasser reichen können, forschungsbesessene Persönlichkeiten, die unsere Erkenntnisse vorantreiben oder weltfremde
Gelehrte, die ihre Leben einem abseitigen Thema verschrieben haben und nicht verstehen können, wenn dieses bei anderen nur Gähnen hervorruft?
Und nicht zuletzt, wenn Sie daran denken, dass Sie bereits während des Studiums und nach Abschluss erst recht jemand mit einer bestimmten beruflichen Identität sein werden: Was möchten Sie sein? Und wer? Welche Art Mensch stellt ein Ingenieur, ein Rechtsanwalt, ein Arzt, ein Theologe oder ein Informatiker für Sie dar? Was wollen, was können Sie leisten, wofür glauben Sie, besonders geeignet und motiviert zu sein?
Falsche Vorstellungen von den Studieninhalten, aber auch vom Studienaufbau oder der sozialen Geborgenheit an der Hochschule lassen sich zumindest teilweise durch eine gute Information vor der Entscheidung korrigieren. Beschränken Sie sich dabei nicht auf rein studientechnische Angaben, sondern beziehen Sie auch das soziale Klima an der Hochschule und die Fachkultur der Studiengänge , die Sie interessieren, mit ein. Auf diese Weise vermeiden Sie spätere Enttäuschungen.
Für etliche Studierende stellt sich schon ein paar Wochen nach Studienbeginn eine grosse Enttäuschung ein: die Hochschule, das Studienfach, die Kommilitonen alles ist ganz anders als erwartet. Viele versuchen , die ersten Alarmzeichen einer nachlassenden oder getrübten Motivation, wie zum Beispiel die morgendliche Unlust aufzustehen und zur Uni zu gehen, zu verdrängen. Sich ständig selbst zu organisieren, selbst zu motivieren und selbst Schwerpunkte zu setzen, ist eine Herausforderung, die manch einen zunächst einmal überfordert.
Wenn es nicht so gut klappt mit dem Studium, dann schwanken Sie zwischen verschiedenen Zuständen hin und her, in denen Sie sich mal grossartig , dann wieder wertlos fühlen, und geraten in Identitätskrisen. Es kann auch sein, dass sich lebensgeschichtliche angelegte Konflikte, noch ungenügend entwickelte Bewältigungsfertigkeiten und Belastungsfaktoren aus der Studiensituation so zusammenballen, dass Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt werden.
In Krisensituationen sollten Sie sich daher schnell Hilfe bei den psychologischen Beratungsstellen holen. Von alleine verschwinden Probleme meistens nicht. Warum also das Leid unnötig verlängern?
Vertrauen Sie darauf, dass Sie mit Ihrer Persönlichkeit, die sich entwickeln wird, und dem Wissen, das Sie aufnehmen, später die Art von Tätigkeit ausüben werden, die Ihnen zusagt und die für Sie von Bedeutung ist.
Was immer Sie vor dem Studium, währenddessen und danach tun: Geben Sie sich Mühe und machen Sie es sorgfältig.
Gehen Sie die Dinge locker, aber gewissenhaft an.
Machen Sie sich keine Zukunftsängste und lassen Sie sich nicht durch Zukunftsprognosen in die Irre führen.
Nehmen Sie sich Zeit, die Sie für eine Entscheidung brauchen, und nutzen Sie diese Zeit gut.
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