Sie sind zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen? Gratulation, die erste Hürde haben Sie geschafft! Es zeigt Ihnen, dass Sie über ein interessantes Bewerbungsdossier verfügen und dass Ihre Qualifikationen dem Anforderungsprofil der Stelle entsprechen. Das Unternehmen möchte Sie näher kennenlernen.

Auch Sie haben nun die Gelegenheit, Ihr Bild vom Unternehmen durch einen persönlichen Kontakt zu ergänzen. Nicht nur der Arbeitgeber entscheidet sich, auch Sie wählen den Arbeitgeber aus!

Je nach Branche und Unternehmen werden verschiedene Selektionsverfahren und -instrumente eingesetzt. Das am häufigsten eingesetzte Instrument ist das Vorstellungs- bzw. Bewerbungsgespräch, auf welches wir im Folgenden detaillierter eingehen möchten.
Vorbereitung
Während des Vorstellungsgesprächs
Nachbereitung

Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist die Basis für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch! Wir geben Ihnen hier einige wichtige Hinweise und Tipps.

Eigene Kompetenzen zusammenstellen: Eine Vorbereitungshilfe bietet Ihnen unsere Anleitung zur Erstellung Ihres Kompetenzprofils.

Infos sammeln: Sammeln Sie Informationen zum Unternehmen (z.B. Branche, Produkte, Leitbild, Umsatz). Nützliche Informationsquellen sind beispielsweise die Webseite des Unternehmens, Broschüren, Pressemitteilungen und Werbung. So können Sie zeigen, dass Sie sich mit dem Unternehmen befasst haben und sich für das Unternehmen interessieren.

Sich auf typische Fragen vorbereiten: Um gut auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet zu sein, ist es hilfreich, typische Fragen zu kennen und sich darauf vorzubereiten. Im Laufe eines Vorstellungsgesprächs zielen die Fraugen häufig auf folgende drei Themenbereiche ab:

  1. Ihre Motivation für die Stelle und Ihr Interesse am Arbeitgeber,
  2. Ihre Kompetenzen und Erfahrungen in Bezug auf das Stelleninserat,
  3. Ihre Persönlichkeit bzw ob Sie als Person zum Unternehmen und ins Team passen.

Beantworten Sie für sich die Fragen laut und/oder üben Sie das Vorstellungsgespräch mit einem Gegenüber. Ergänzen Sie die Nennung Ihrer Kompetenzen wenn immer möglich durch konkrete Beispiele aus Ihrer bisherigen schulischen oder beruflichen Laufbahn oder aus Ihrem privaten Erfahrungsschatz.

Eine Auswahl von typischen Fragen haben der Career Service der Uni Bern und die Career Services der Uni Zürich gesammelt.

Beim ersten oder zweiten Gespräch wird Ihnen irgendwann die Frage nach den Gehaltsvorstellungen formuliert. Damit Sie diese Frage nicht verunsichert, empfehlen wir Ihnen, sich im Vorfeld mithilfe eines Lohnrechners über die Löhne, die Ihrer Branche und Ihrem Ausbildungsniveau entsprechen, zu informieren. Es kann Sie entlasten, wenn Sie für das Gespräch eine konkrete Gehaltssumme (z.B. Jahresgehalt) im Kopf haben. Eine detaillierte Anleitung, wie Sie sich für die Lohnverhandlung optimal vorbereiten können, finden Sie beim Career Service der Uni Bern.

Ihre Fragen zum Unternehmen: Im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs bekommen Sie jeweils die Möglichkeit, auch Ihre Fragen zum Unternehmen, zur Stelle usw. anzubringen. Machen Sie sich im Vorfeld Gedanken darüber, was Sie über das Unternehmen, die Hauptaufgaben und die Arbeitsbedingungen wissen möchten.

Bringen Sie die Fragen notiert ans Gespräch mit. Achten Sie darauf, nicht Fragen zu stellen, auf die Sie die Antwort auf der Firmenhomepage finden. So könnte der Eindruck entstehen, Sie hätten sich ungenügend vorbereitet. Eindruck können Sie hingegen machen, wenn Sie Fragen stellen, die für Sie relevant sind und weder auf der Homepage des Unternehmens noch über anderweitige Kanäle beantwortet werden konnten (ggf. Fragen zu Möglichkeiten der internen Weiterbildung, zu möglichen Auslandaufenthalten, zum Arbeitsplatz etc.). Weitere Fragen Ihrerseits könnten sein: Wie wird die Einarbeitung aussehen? Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus? Wie ist die Teamkultur?

Um die Vorbereitung abzuschliessen, können Sie unsere Checkliste durchgehen. Danach sind Sie optimal vorbereitet für das Gespräch.
pdfVorstellungsgespräch: Checkliste.pdf

Während des Vorstellungsgesprächs

Eine gute Vorbereitung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um während dem Gespräch ruhig und kompetent aufzutreten. Versuchen Sie, während dem Gespräch, auf einzelne Punkte speziell zu achten. Halten Sie beispielsweise den Augenkontakt zu allen GesprächspartnerInnen aufrecht. Oder versuchen Sie, mehrmals im Verlaufe des Gesprächs Ihrer Motivation und Begeisterung für die Stelle und das Unternehmen Ausdruck zu verleihen, verbal oder nonverbal.

Hier finden Sie weitere Anregungen für ein kompetentes Auftreten während des Vorstellungsgesprächs:
pdfKompetentes Auftreten im Vorstellungsgespräch.pdf

Lassen Sie sich trotz allem von unseren Tipps aber nicht verunsichern. Wichtig ist, dass Sie versuchen, authentisch zu bleiben!

Ein Vorstellungsgespräch ist keine alltägliche Situation. Es ist daher normal, dass trotz guter Vorbereitung Nervosität spürbar ist. Um im Gespräch so ruhig und gelassen wie möglich zu bleiben, führen Sie folgende Übung im Vorfeld mehrmals und wenn möglich auch am Tag des Vorstellungsgesprächs durch:
pdfÜbung im Umgang mit Nervosität.pdf

Weitere Selektionselemente

Im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs kann es vorkommen, dass auch noch weitere Selektionselemente zur Anwendung kommen. Dabei kann es sich um eine Präsentationsaufgabe (z.B. Wie würden Sie das Projekt XY der Geschäftsleitung vorstellen?), um eine Fachaufgabe (z.B. Verfassen eines Briefes oder einer Stellungnahme) oder um einen Test (z.B. Persönlichkeitstest) handeln.

Einige Unternehmen führen - häufig für Kaderpositionen - auch Assessments durch. Mehr Infos zum Assessment finden Sie bei den Career Services der Uni Zürich.

Nachbereitung

Die Nachbereitung des Vorstellungsgespräches ist gleichzeitig die Vorbereitung auf allfällige weitere Gespräche bei demselben Unternehmen oder – im Fall einer Absage – auf Vorstellungsgespräche bei anderen Unternehmen.

Um das Gespräch auszuwerten, können Sie für sich folgende Fragen beantworten: Haben Sie nun eine konkrete Vorstellung der Stelle und der Aufgaben? Wie war die Atmosphäre im Gespräch? Was ist Ihnen im Gespräch gut gelungen? Was weniger? War Ihre Vorbereitung ausreichend bzw. was hat gefehlt?

Bedanken Sie sich per Mail noch einmal für das Gespräch und bekräftigen Sie Ihr Interesse.

Im Falle einer Absage: Erkundigen Sie sich freundlich nach den Gründen der Absage und bitten Sie um Rückmeldung, was Sie für nächste Gespräche verbessern können.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Stellensuche!

Kontakt

Beratungsstelle der Berner Hochschulen
Erlachstrasse 17
CH-3012 Bern
+41 31 635 24 35